
Musik: @@@@@
Klang: @@@@@
Label/Vertrieb: EmarcyUniversal Music Austria (3 CDs; 2007)
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lautet Albert Einsteins Formel, die
unter dem Begriff Relativitätstheorie bekannt wurde. Nach Einstein ist die Zeit
relativ. Nach matthias rüegg, dem in der Schweiz geborenen und seit
vielen Jahren in Österreich lebenden und wirkenden Gründer des Vienna
Art Orchestra - zwischenzeitlich wurde das VAO zum Offiziellen
Kulturbotschafters Österreichs ernannt - sind 30 Jahre relativ lang, aber auch bzw., relativ kurz. 1977 gründete er das VAO, zu den Gründungsmitgliedern
zählten unter anderem Wolfgang Puschnig, Lauren Newton, Jon Sass und
Harry Sokal - letztgenannter ist bis heute Mitglied des Ensembles.In
diesen 30 Jahren geschah viel, das Ensemble wurde auf Grund interner
musikalischen Differenzen Anfang der 1980er Jahre aufgelöst um bald
darauf wieder als klassische Big Band neu formiert und gegründet zu
werden. In diesen 30 Jahren des wechselhaften Bestehens gelang es der
Band unter der Leitung von matthias rüegg, immer und immer wieder,
bahnbrechende CDs zu veröffentlichen. Tango from Obango
(1980), bist eulen (1984), European Songbook (1995) und Big Band
Poesie (2004) seien hier nur exemplarisch genannt. Nach
30 Jahren war es nun für matthias rüegg hoch an der Zeit, sich einen
lange gehegten Wunsch zu erfüllen: "Ich wollte schon immer drei
inhaltlich zusammenhängende Programme für das Vienna Art Orchestra
schreiben die sowohl einzeln als auch in der Gesamtsicht bestehen
können", so rüegg. Sein Thema fand mattias rüegg sowohl in den Persönlichkeiten
als auch in den Jazzstilen der "Alten" und der "Neuen" Welt. Sein
Thema fand matthias rüegg in männlichen Persönlichkeiten aus
Wissenschaft, Forschung und Kunst und in den
weiblichen Vertretern der hollywoodesken Unterhaltungsindustrie.
CD 1 ist den American Dreams gewidmet. 13 Porträts von American Women komponierte matthias rüegg für diese CD. Jean Harlow, Rita Hayworth, Judy Garland, Mae West, Bette Davis und andere amerikanische Hollywood-Legenden zeichnet er musikalisch nach, stilistisch sind die Porträts an den amerikanischen Big Band Stil angelehnt. CD 2 stellt Europäische Visionäre vor. Der Bogen spannt sich von Leonardo da Vinci über Albert Einstein, Erasmus von Rotterdam und Nicolaus Kopernikus bis zu Stephen Hawking. Wichtig war matthias rüegg die Auswahl der Genies die er porträtierte. Als "langwierig" bezeichnet er den Entscheidungsfindungsprozess, denn "es sollten nur Personen, die durch Denken und Beobachten die Welt verändert haben und später nie in einen negativen Kontext gesetzt werden konnten" porträtiert werden. "Luther, Darwin oder Schopenhauer kamen da schon einmal nicht in Frage."
Musikalisch glänzt diese CD durch üppige, dem europäischen Jazzstil verpflichtete Arrangements. CD 3 ist dann der Pärchenbildung gewidmet. Mit viel Gefühl aber auch mit einer prächtigen Portion Humor führt matthias rüegg bei Porträts of 13 Couples immer eine der amerikanischen Hollywood-Diven mit einem der europäischen Denker zusammen. So bilden zum Beispiel Jean Harlow und Leonardo da Vinci, Marilyn Monroe und Stephen Hawking (Marilyns Bild steht tatsächlich auf dem Schreibtisch von Stephen Hawking) und Jane Mansfield und Sigmund Freud ein Pärchen. Die Zusammenstellung dieser Paare ist unter anderem durch diverse Zitate oder eben durch die Verehrung wie sie Hawking Monroe entgegenbringt zu erklären. Musikalisch ergibt sich dadurch eine immer wieder spannende Synthese, Sinnlichkeit und Abstraktion. Europäischer Jazz und amerikanische Klangbilder ergänzen sich. (akro)
Link-Tipp:
www.vao.at